Green Building Challenge

Internationales Netzwerk für Gebäudebewertungssysteme

Das Netzwerk von Green Building Challenge besteht mittlerweile aus mehr als 20 Ländern. Neben den meisten Ländern Europas, Japan der USA und Kanada sind auch Chile, Brasilien, Argentinien, Südafrika und Korea dabei. Es geht darum, die Nutzerfreundlichkeit von Gebäuden zu erhöhen und gleichzeitig die Umweltbelastungen zu reduzieren. Das bedeutet allerdings überall etwas anderes: Während man in den Niederlanden versucht, noch das letzte aus der Energieeinsparung herauszuholen, geht es in den sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern darum, ausreichend billigen und dennoch komfortablen Wohnraum bereitzustellen. Green Building Challenge ist nicht nur eine Plattform für die Diskussion und Präsentation von technischen Neuerungen. Es gibt auch viel Raum für die Diskussion von kulturellen und regionalen Besonderheiten, die das Gebäudebewertungssystem von Green Building Challenge auch berücksichtigt. Green Building Challenge bietet also einen Bewertungsrahmen an, der auf die regionalen Gegebenheiten angepasst werden muss. Dann erst kann der Bewertungsrahmen eingesetzt werden. Daraus ergibt sich natürlich, dass die Ergebnisse der Gebäudebewertung international nicht vergleichbar sind, weil der Bezugspunkt in jedem Land, manchmal auch in einzelnen Regionen innerhalb eines Landes, unterschiedlich ist. Das hat zwar manche enttäuscht, aber auch dazu geführt, dass wieder mehr Bewusstsein dafür entsteht, dass ein kostengünstiges, umweltfreundliches "Dach über dem Kopf" in Afrika anders aussehen wird als in Europa. Unterschiedliche klimatische Bedingungen, unterschiedliche lokal verfügbare Baumaterialien, Unterschiede im Einkommen und den Umgangsformen werden zu verschiedenen Häusern führen. Der sogenannte "International Style", der sich im Zuge der Globalisierung in den Großstädten breit gemacht hat, ist langfristig nicht tragfähig: Mit viel Technik und Energieaufwand werden überall auf der Welt mit den gleichen Materialien die gleichen Konzepte verwirklicht. Angepasste, kluge und zugleich billige und umweltfreundliche Lösungen werden nun wiederentdeckt. Ein Beispiel ist die Verwendung von Lehm als Baustoff für Wohnhäuser in tropischen Gegenden anstelle von Beton. Lehm ist ein billiger, umweltfreundlicher Baustoff, hält ohne Klimaanlage kühl und schafft überdies Beschäftigung für die lokale Bevölkerung. Wer einmal in einem Lehmhaus war, weiß die Vorzüge zu schätzen.

Laufzeit: 1998 bis 2002.

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