Hintergrund

Die Verminderung der externen Kosten erhöht den Anteil der frei verfügbaren Budgetmittel. Im Hochbau ist die Situation infolge der langen Nutzungsdauer von Gebäuden (90 % aller Hochbauten haben Nutzungsdauern über 50 Jahre) besonders "heikel". Ergeben sich auf Grund ge­troffener Bauentscheidungen hohe externe Kosten, so sind diese für lange Zeit festgelegt und wirksam. Korrekturen sind nur schwer möglich.

Im Hochbau werden Schäden und damit externe Kosten vor allem durch folgende Effekte verursacht:

  • Versiegelung von Bodenflächen
  • atmosphärische Emissionen bei
    • der Produktion der eingesetzten Bau- und Werkstoffe
    • der Errichtung des Gebäudes
    • in der Phase des Betriebs, der Wartung und Instandhaltung des Gebäudes
    • bei Rückbau, Abbruch, (Sonder-)Entsorgung bzw. Recycling

Versiegelung von Bodenflächen

In Österreich werden pro Tag durchschnittlich 25 ha Land durch bauliche Maßnahmen und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur versiegelt (Quelle: "Österreichs Zukunft nachhaltig gestalten", Grünbuch des bmlfuw, 2001). Dadurch entstehen einerseits - lokal unterschiedlich ausgeprägte - Verknappungseffekte und andererseits Schäden durch die Verminderung typischer ökologischer Leistungen des Bodens wie z.B. Wasserspeicherung bei Regenfällen, Grundwasserneubildung oder die Bereitstellung eines angenehmen Mikroklimas.

Atmosphärische Emissionen

Die atmosphärischen Emissionen verursachen Umwelt-Effekte wie z.B. Treibhauseffekt, Versauerung, Zerstörung des stratosphärischen Ozons, Bildung bodennahen Ozons, Überdüngung, die ihrerseits wieder zu Gesundheitsschäden, Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sowie an Gebäuden, zu Beeinträchtigungen von Wirtschaftszweigen wie z.B. der Tourismuswirtschaft, usw. führen.

Genauigkeit der Ergebnisse

Die Ermittlung externer Kosten ist insofern mit gewissen Unsicherheiten behaftet, da nicht alle Auswirkungen der beschriebenen Umwelteffekte bereits hinlänglich wissenschaftlich erfasst und damit monetarisierbar sind. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächlich auftretenden externen Kosten in der Regel höher als die derzeit ermittelten sind. Die Berücksichtigung externer Kosten ist ein ökonomisches Instrument zur Verminderung von Risken, wobei manche dieser Risken wegen ihrer mit hoher Wahrscheinlichkeit massiven und langanhaltenden Auswirkungen "auf Verdacht" (d.h. auch ohne vollständiges Wissen um alle Zusammenhänge) minimiert werden müssen.

Eine umfassende Analyse und Beschreibung der Hintergründe und Grundlagen von ExCoCo können Sie der Studie "Externe Kosten im Hochbau" entnehmen, die als Download auf unserer Website verfügbar ist.

Kurzbeschreibung der einzelnen Bände der Studie

In der Gesamtstudie "Ermittlung externer Kosten im Hochbau" wurden folgende Teilaspekte behandelt:

Band I: Externe Kosten im Hochbau, Stand 2002 [pdf]:
Die Basisstudie befasst sich mit den generellen Ermittlungsansätzen externer Kosten sowie der konkreten Ermittlung externer Kosten von Bau- und Werkstoffen, Energieträgern, Transport- und Entsorgungsdienstleistungen.
Autoren: Maga. Heidi Adensam, Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Bruck, Maga. Susanne Geissler, Ing. Maga. Maria Fellner

Band II: Externe Kosten der Flächennutzung im Hochbau, Stand 2002 [pdf]:
zählt ebenfalls zum Bereich der Grundlagenermittlung. In dieser Teilstudie wurden die externen Kosten des Ressourcenverbrauchs Boden ermittelt.
Autoren: Maga. Heidi Adensam, Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Bruck, Maga. Susanne Geissler, Ing. Maga. Maria Fellner

Band III: Referenzgebäude/Wärmeerzeugungssysteme, Stand 2002 [pdf]: Auf die ersten beiden Basisstudien aufbauend wurden im Band III für zwei typische Bauprojekte (Mischbauweise: Projekt Wolfurt und Massivbauweise: Projekt Starkfriedgasse) die externen Kosten, die während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes (von der Baustoffproduktion über Gebäudeerrichtung, Nutzungsphase bis hin zur Entsorgung und Rückbau) auftreten, berechnet. Die ausgewählten Projekte bilden eine heute typische Bandbreite marktgängiger mittlerer Projekte ab:
Wolfurt: Mischbauweise, hoher Anteil an Holzwerkstoffen, Passivhausqualität durchschnittlicher Haustechnikaufwand, Brennstoff: Pellets.
Starkfriedgasse: Massivbau, durchschnittlicher Wärmeschutz, extrem aufwändige Haustechnik (Hallenbad), Brennstoff: Erdgas.
In diesem Bericht wurde zusätzlich eine Einzel-Analyse von Heizungssystemen (inkl. Solaranlage zur Warmwasser-Bereitung), die einfache Variantenanalysen ermöglicht, durchgeführt. Autoren: Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Bruck, Ing. Maga. Maria Fellner

Band IV: Ermittlung der externen Kosten: Projekt BAKIP Linz, Honauerstraße; Stand 2002 [pdf]
Diese Arbeit ist wie Band III anwendungsorientiert und befasst sich ebenfalls mit einer Variantenanalyse von Haustechniksystemen, im Unterschied zu Band III nicht in Absolutzahlen, sondern bezogen auf ein Referenzsystem: Für das Projekt Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Linz wurde der Mehraufwand an Material sowie an Betriebsenergie verschiedener Haustechnikvarianten den erzielbaren Wärmeeinsparungen (Basisvariante Fernwärmeversorgung Produktionsmix Linz) gegenübergestellt und in der Folge auf externe Kosten bezogene Amortisationszeiten für Haustechnikvarianten ermittelt. Verglichen wurden die Varianten mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung (unterschiedlicher Wirkungsgrade) sowie mit und ohne Erdwärmetauscher, Erdwärmetauscher alleine, vorgehängte Glasfassade sowie der Einsatz einer LuftLuftWärmepumpe zur Luftvorerwärmung.
Autoren: Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Bruck, Ing. Maga. Maria Fellner

Band V: Zusammenfassung, Stand 2002 [pdf]
Dieser Band enthält eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Bände I-IV und eine detaillierte Programmanleitung zum Excel-Programm "Externe Kosten".
Autoren: Maga. Heidi Adensam, Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Bruck, Maga. Susanne Geissler, Ing. Maga. Maria Fellner

EDV-Programm, Version 0.02.024, Stand 2002 [.xls]:
Die Grundlage für das Online-Berechnungsprogramm war ein auf Excel basierendes Programm zur Ermittlung externer Kosten von Gebäuden bzw. Haustechniksystemen. Eine genaue Programmbeschreibung ist in Band V enthalten.
Entwicklung: Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Bruck, Tomasz Kornicki, Ing. Maga. Maria Fellner