FemTools

Gendersensible Usability-Forschung am Beispiel von Werkzeugen zur Brennholzherstellung für PrivatanwenderInnen

AKTUELL: Im Rahmen des Projekts veranstalten wir vom 12.-13. April 2012 gemeinsam mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl einen Kurs zur Brennholzerzeugung für Frauen. Das Programm beinhaltet sowohl die Baumfällung als auch die Aufarbeitung vom Trennschnitt bis zum gespaltenen Holz, die richtige Lagerung und genaue Vermessung ebenso wie das richtige Einheizen. - Kurs ist ausgebucht.

WerkzeugherstellerInnen bewerben Werkzeuge wie Motorsägen und Häcksler nahezu ausschließlich mit Bildern von jungen, kräftigen Männern - der ideal typischen Vorstellung von Holzarbeitern. Damit wird u.a. eine geschlechtsspezifische Zuständigkeit und Befähigung zur Brennholzherstellung suggeriert. Diese soziale Konstruktion spiegelt sich auch in der Produktauslegung wider (z.B. Griffformen, Gewicht, Kraftaufwand beim Starten). Die in der Werkzeugauslegung und der Bewerbung kommunizierte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung führt zu strukturellen Ausschlüssen vieler Frauen, einem Teil der Männer, wie auch vieler älterer Personen im Zugang zu den Werkzeugen wie auch in deren Anwendung in der privaten Brennholzherstellung.

Forschungsfragen

Zur Einschreibung von Geschlechterverhältnissen in Produkte liegen bisher kaum empirische Arbeiten vor. Fem-Tools geht daher folgenden Fragen nach:

  • Wie manifestiert sich die Re-Produktion von gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen ("doing gender") in der Werkzeugentwicklung, Produktkommunikation und Anwendung am Beispiel von Motor sägen und Häckslern?
  • Wie kann eine geschlechter-adäquate Entwicklung von Werkzeugen in diesem Bereich initiiert werden?

Der innovative Charakter des Vorhabens liegt in dieser Adressierung von geschlechtsspezifischen Einschreibungen in der Werkzeugentwicklung unter der Perspektive des Universal Designs. Die Erkenntnisse dieses Forschungsvorhabens stellen einen notwendigen ersten Schritt in Richtung innovativer, geschlechter-adäquater Lösungen dar, wobei die Ergebnisse potenziell auch anderen Gruppen zugute kommen (z.B. Männern, älteren Personen).

Projektziele

Kernziele des Projekts sind ein Erkenntnisgewinn hin sichtlich geschlechtsspezifischer Faktoren in der Werkzeugentwicklung, in deren Produktkommunikation und in der Produktanwendung (in Produkttests und Kursen), sowie der Abbau von Geschlechterstereotypen in diesen Bereichen durch die Identifikation von "doing gender" Aspekten (z.B. Vorstellung über den "idealen Nutzer") und den Ansatz des Universal Designs.

Ein weiteres Ziel ist das Empowerment von Frauen für die private Brennholzherstellung zu fördern. Das Projekt trägt zudem zur sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit bei, indem es ökologische Aspekte der Werkzeuge berücksichtigt, die gemeinschaftliche Nut zung der Werkzeuge anregt, den Einsatz nachwachsender Brennstoffe fördert und auf eine Ausweitung von NutzerInnengruppen abzielt.

Vorgangsweise

Gemeinsam mit WerkzeugherstellerInnen werden geschlechter-relevante Faktoren in der Produktauslegung identifiziert. Durch Nutzerinnentests und Kurse für Frauen zur Brennholzherstellung werden ge schlechtsspezifische Faktoren auf Ebene der Produktan wendung und der sozialen Interaktion herausgearbeitet.

Verbreitung der Ergebnisse

Die Ergebnisse sollen auch auf weitere Produktlinien übertragen werden und neben AnwenderInnen vor allem auch HerstellerInnen, HändlerInnen und KursanbieterInnen zugute kommen.

Das Projekt wird vom bmvit im Rahmen der Programmlinie FEMtech FTI gefördert.

Laufzeit: 2011 bis 2013.
Motorsäge

Kontakt

Tel: +43/6991/523 61 31
Email:

Gefördert von

  • FFG Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft; Thematische Programme

PartnerInnen

  • Dr.in Roswitha Hofmann; Sozial- und Wirtschaftswissenschafterin
  • grauwert - Büro für demografiefeste Produkte und Dienstleistungen, Mathias Knigge

Infos

Mehr im Internet: