Markus Meissner

Mehrwegladungsträger zur Abfallvermeidung im Schienenfahrzeugbaudurch Produktdesign bei Siemens
Wirtschaftlicher Einsatz von flexiblen Mehrwegladungsträger und Vermeidung von Einwegverpackungen bei Schienenfahrzeugprojekten
Schienenfahrzeugprojekte (z.B. die Fertigung der neuen U-Bahnzüge für die Wiener Linien oder die ÖBB Tag- & Nachtzüge) sind logistisch sehr komplex. Diese Herausforderungen werden oft mit Einwegverpackungen bewältigt. Manchmal kommen bereits Mehrwegladungsträger zum Einsatz, enden aber nach Abschluss des Projekts als Schrott. Hohe Rücktransportkosten sind ebenfalls ein Problem.
Für wirtschaftliche projektübergreifender Mehrwegladungsträger sind modulare und flexible Lösungen notwendig. Flexible Ladungsträger ermöglichen, unterschiedlichste Komponenten projektübergreifend zu transportieren. Steck-, Verstau- und Klappmechanismen lassen einen volumenreduzierten Transport im leeren Zustand zu. Die flexiblen Mehrwegladungsträger wurden im Rahmen dieses Projekts entworfen, konstruiert und mittels Prototypen getestet. Weniger Einwegverpackungsabfälle und die Reduktion von Treibhausgasen durch Transporteinsparungen sind die positive Folge. Eine vergleichende Wirtschaftlichkeitsrechnung und eine ökologische Betrachtung in Form einer CO2eq-Bilanz wird durchgeführt.
Ein großer Pool an faltbaren Mehrweg-Kunststoffboxen ist als zweite universell einsetzbare Mehrweg-Alternative gedacht. Drei festgelegte Boxen-Dimensionen sind genug, um 80Prozent der Bauteile nachhaltig zu verpacken und anzuliefern. Die Boxen können je nach Bedarf unterschiedlichsten Komponenten als universelle Mehrwegverpackung dienen. Das System einer standardisierten Grundpalette mit modularen und klappbaren Aufbauten, die bei neuen Projekten mit ähnlichen Komponenten weiterverwendet werden, hat sich bewährt. Ein weiterer Fokus lag auf Einwegverpackungen wie Kartonagen, Einwegpaletten, Kunsttofffolienb und Holzverschläge und -kisten.
Das Österreichische Ökologie-Institut begleitete diesen Prozess der Siemens Mobility Austria GmbH und führte eine Reihe an vergleichenden Ökobilanzierungen durch, um die Umwelteffekte von Mehrweg- und Einwegoption zu erheben und Vor- und Nachteile der Optionen zu beurteilen. Ziel war es, zu einem Abfall- und CO2-reduzierten Schienenfahrzeugbau beitragen. Im Team des Österreichischen Ökologie-Instituts waren außerdem unsere ehemaligen Kolleg:innen Philipp Hietler, Sabrina Lichtnegger und Daniel Orth mit dabei.
Projektdauer
2022 – 2025
Leitung
Christian Pladerer
Umsetzung
Gefördert von
Abfallvermeidungsförderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen (abgewickelt durch die VKS GmbH)
Link
https://www.abfallvermeidungs-foerderung.at/