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Survival Kit @ Home

Geschlechts- und diversitätssensible Technologien und Maßnahmen für die private und kooperative Krisenvorsorge

Krisenvorsorge braucht alle und muss geschlechts- und diversitätssensibel gestaltet sein, damit niemand zurückgelassen wird. Survival Kit @ Home zeigt auf, wie kooperative Krisenvorsorge gelingen kann.

Survival Kit @ Home ist unser erstes Forschungsprojekt zu inklusiver Krisenvorsorge. Ausgehend von der Frage, wie kooperative Krisenvorsorge im eigenen Haushalt gemeinsam mit Familie, Freund:innen und Nachbar:innen gelingen kann, untersuchten wir auch, wie Organisationen ihr Team und ihre Klient:innen auf Krisen vorbereiten können.

Den ursprünglichen Plan des Forschungsprojekts, die Selbstvorsorge in Privathaushalten unter anderem mit gemeinsamen Testungen von analogen und digitalen Vernetzungstechnologien zu stärken, mussten wir durch die Covid-19 Pandemie ändern. Anstatt Menschen anzuregen, gemeinsame Krisenvorsorge zu erproben, zogen wir uns ins Homeoffice zurück, untersuchten Medien in Hinblick auf die „Covid-19-Berichterstattung“ und führten Online-Interviews durch. Unsere Thesen wurden bestätigt:

  • Selbstvorsorge im Privathaushalt basiert stark auf vergeschlechtlichten Lebensbereichen (u.a. Haushaltarbeiten, Vorratshaltung, Sorgearbeit, handwerkliches und technisches Geschick).
  • Weder Organisationen noch Haushalte sind gut auf Krisen vorbereitet.
  • In Krisen sind vulnerable Gruppen wie ältere, alleinlebende Menschen, betreuungsbedürftige Personen und ihre Angehörigen, Eltern mit Kleinkindern, aber auch Menschen mit physischen oder psychischen Einschränkungen oder mit mangelnden Deutschkenntnissen besonders betroffen. Und: Vulnerabilität kann in Krisen Menschen unerwartet treffen!

Wir betrachteten vor allem die beiden Szenarien Blackout und schwerer Unfall in einem Atomkraftwerk, bei dem Österreich kontaminiert werden könnte. Damit konnten wir auch folgende Fragen bearbeiten:

  • Wie bereiten wir uns gemeinsam  auf Unsicherheit und Bedrohungen vor?
  • Wie schützen wir uns selbst und andere in Krisensituationen?
  • Welche Angebote unterstützen private Haushalte in der Vorbereitung auf derartige Ausnahmesituationen? 

Szenarien-Factsheets und Empfehlungen zur Krisenvorsorge

Welche Auswirkungen ein Blackout oder ein AKW-Unfall auf Wien haben können, zeigen unsere Szenarien-Factsheets. Basis dafür waren unter anderem Interviews mit Expert:innen aus Verwaltung und Wissenschaft. Die Empfehlungen für Vorbereitungsmaßnahmen für Privathaushalte, Hausverwaltungen, Nachbarschaftszentren und Community-Vereinigungen sowie für den Pflege- und Sozialbereich bauen auf Gruppen- und Einzelinterviews mit Alltagsexpert:innen und Vertreter:innen diverser Organisationen auf. Die Szenarien und Empfehlungen wurden im Mai 2026 aktualisiert. 

Weitere Aktivitäten zu inklusiver Krisenvorsorge folgten.

Im Projekt Krise mit Plan! entwickelten wir gemeinsam mit unseren Projektpartner:innen und Praxisorganisationen die Basis für Krisenmanagement und Business Continuity Management für Pflege- und Sozialeinrichtungen. In StärKa erarbeiten wir mit Klient:innen der Lebenshilfe Wien Ansätze zur inklusiven Stärkung von Resilienz gegenüber Katastrophen.

Survival Kit @ Home wurde vom BMIMI und der FFG im Rahmen der Programmlinie Talente/ FEMtech Forschungsprojekte gefördert.

Projektdauer

2019 – 2021

Leitung

Gabriele Mraz

Umsetzung

Gabriele Mraz

Nadia Prauhart

Gefördert von

Forschungsförderungsgesellschaft FFG

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur

Szenarien und Empfehlungen

Szenarium Blackout

Szenarium AKW-Unfall

Privathaushalte (Blackout, AKW-Unfall)

Nachbarschaftszentren

Organisationen für gehörlose und blinde Menschen

Pflege- und Sozialbereich

Hausverwaltungen